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Bulletin 90/2017

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NATALICIA CELLENSIA

Paulus Burkhard, musicae compositor Helvetius celeberrimus, praeter multa alia opera anno 1961º ludum creavit praesepialem, quem „Natalicia Cellensia“ nuncupavit propterea, quod Cellae (vulgo: Zell) in valle Tossae (vulgo: Töss) fluminis primum actus est. Ex eo tempore plurimis in locis Helvetiae iterum iterumque hae partes scaenicae actae sunt gaudentibus et liberis agentibus et adultis spectantibus. Innotuerunt imprimis carmina, quae non modo intra ludum ipsum, sed etiam extra usque ad diem hodiernum cani non desita sunt.

Quorum carminum originaliter Theodisce more Turicensi compositorum – eorundemque cantabilium – in linguam Latinam transverti tria notissima, quibus omnium terrarum Latinistae delectarentur. Textus originalis adiungitur, ut lectores benevoli Turicensiter scientes inter originem copiamque comparare possint.

1. De astro Bethlehemico

Hoc astrum Bethlehemicum,
quod sequi est officium!
Est astrum splendidissimum,
venite, omnes gentium,
venite, omnes gentium!

Ad salvatorem ducit nos,
ergo appropinquate vos!
Est miser in praesepio,
rex fiet die aliquo,
rex fiet die aliquo.

Habete astro gratias,
quod sequi non est vanitas:
Feret in caelum signa dans
nos olim viam ostentans,
nos olim viam ostentans.
Das isch de Schtärn vo Bethlehem.
Mached eu uuf und folged däm!
Es isch de allerschönschti Schtärn.
Chömed, ihr Lüüt vo nah und färn,
chömed, ihr Lüüt vo nah und färn!

Zum Heiland füehrt de Schtärn eus hii,
drum folged alli, gross und chlii!
Er liit im Chrippli arm und bloss,
aber er wird en König gross,
aber er wird en König gross.

Lobed und tanked eusem Schtärn,
folged im nah und folged gärn!
Eimal dänn winkt er eus und träit
übere-n-eus i d’Ewigkeit,
übere-n-eus i d’Ewigkeit.

2. Quae mater scit?

Quae mater scit, quid nato accidat?
Quae mater scit, quid veniat?
Infans num patiatur,
ob eum ei invideatur?
Quae mater scit, quid nato accidat?

Quae mater scit, quid nato accidat?
Quae mater scit, quid veniat?
Multa num nanciscatur,
an pauper olim moriatur?
Quae mater scit, quid nato accidat?

Quae mater scit, quid nato accidat?
Quae mater scit, quid veniat?
Num malum insequatur,
an salvationem patiatur?
Quae mater scit, quid nato accidat?
Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh,
Kei Muetter chann i d’Zuekumft gseh.
Ob ihres Chind muess liide,
oder ob mer’s gar wird beniide?
Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh.

Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh,
Kei Muetter chann i d’Zuekumft gseh.
Wird ires Chind riich ärbe
oder als arme Bättler schtärbe?
Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh.

Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh,
Kei Muetter chann i d’Zuekumft gseh.
Dient er emal am Böse
oder chann er eus all erlöse?
Kei Muetter weiss, was irem Chind wird gscheh.

3. Qualis nox talis est!

Qualis nox talis est!
Nobis saluti est,
qua pauper dives fieri potes

Iam accepistis vos?
Deo detur honos!
Noster salvator advenit ad nos.

In agris omnia
iam animalia
magna et sentiunt miracula.

Talis nox sancta est!
Nobis saluti est,
qua pauper dives fieri potest.

Bestiae
domesticae
gaudio iam captae sunt,
angeli id audiunt.

Liberi
carissimi,
en, sunt immo laeti asini!
Was isch das für e Nacht!
Hät eus de Heiland bbracht
und us de-n-arme Mänsche riichi gmacht.

Händ ihr das au vernoh?
Lobed de Herrgott froh!
Euse-n-Erlöser isch uf d’Ärde cho.

Im Fäld und uf der Au
d’Tierli verwached au,
gschpüüred das übergrossi Wunder gnau.

Das isch di heilig Nacht!
Hät eus de Heiland bbracht
und us de-n-arme Mänsche riichi gmacht.

Überall,
i jedem Stall
freued sich hüt alli Tier,
d’Ängel ghöred’s grad wie mir.

Chömed gschwind,
ihr liebe Chind,
lueged, wie die Tierli z’fride sind!

Ab integro repetuntur versus usque ad stropham quartam.

Martin Meier
 

Rezensionen

Wolfgang Letzner, Die 40 bekanntesten archäologischen und historischen Stätten in Albanien mit Ausflügen nach Mazedonien und Montenegro, Mainz am Rhein (Nünnerich-Asmus Verlag) 2017, 168 Seiten, 72 Abbildungen und eine Karte, CHF 32.50, ISBN 978-3-945751-75-6

Meine Notizen über den Kultur- und Reiseführer „Albanien“ von Wolfram Letzner sind keine Rezen-sion. Dazu bin ich nicht befugt, denn viele der 40 im Buch beschriebenen Orte bereiste ich nicht mit dem Buch in der Hand, um alles zu überprüfen. Sie sind nur Hinweis auf eine Neuerscheinung, welche die Aufmerksamkeit aller Neugierigen verdient, die ihre Kenntnis der urbes et regiones am Mare nostrum mit einer Albanienreise vervollständigen wollen.
Hekataios von Milet berichtet, die Siedlung Buthroton, heute Butrint in Südalbanien, sei im 6. Jh. v. Chr. eine Kolonie Kerkyras geworden. Wer hätte in früheren Jahren auf einer Reise durch den (griechischen) Epirus nicht gerne kurz die Grenze für einen Besuch überquert oder Lust gehabt, das Ziel mit dem Boot von Korfu aus zu erreichen? Heute ist beides kein Problem. Lange aber blieben solche Exkursionen ein frommer Wunsch, da Albanien bis 1997 nahezu abgeriegelt war und sich danach nur langsam öffnete. Nun sind die Grenzen offen und die Infrastruktur verbessert sich von Jahr zu Jahr. Es ist Zeit, die grosse Skepsis gegenüber dem Land der Skipetaren abzulegen. Das Buch von Wolfram Letzner kommt zur rechten Zeit. Illyrer, Griechen, Römer und ein halbes Jahrtausend osmanischer Herrschaft sind weitgehend verantwortlich für das kulturelle Erbe des Landes. Aus der griechischen und römischen Zeit bilden die Ruinenstätten Apollonia und Butrint einen eindrucksvollen Höhepunkt. Apollonia, von Cicero „magna urbs et gravis“ genannt, war mit seiner berühmten Rhetorikschule auch Schulstätte des späteren Augustus. Das weitläufige Ausgrabungsgelände ist heute Weltkulturerbe der UNESCO. Butrint wurde von vielen internationalen Teams erforscht, liegt heute in einem Nationalpark und ist ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Und wer kennt nicht aus Catull Durrachium, die „Hadriae taberna“, das heutige Durres in Mittelalbanien, einer der Ausgangspunkte der Via Egnatia?
Wolfgang Letzner studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte in Münster und verfasste in der Reihe „Die bekanntesten archäologischen und historischen Stätten“ bereits drei Bände, zwei über Deutschland und einer über Istrien, welche die Fachwelt mit Zustimmung begrüsste. Auch diesmal verspricht der Klappentext viel: „Dem Autor ist es mit präzisen Texten, Plänen und eindrucksvollen Fotografien gelungen, einen umfassenden Kulturreiseführer mit den wichtigsten archäologischen und historischen Stätten in Albanien vorzulegen“. Das Buch beginnt mit einem geographischer und historischer Überblick, dann sind die Orte in alphabetischer Reihenfolge beschrieben und in gewohnter Ausstattung vorgestellt: Geschichtlicher Überblick – Forschungs-geschichte - Funde und Befunde – Beschrieb einzelner Objekte wie Stadtmauern, Theater usw. – Archäologisches Museum, sofern vorhanden, – Literaturhinweise. Weiterführende Kontaktdaten helfen dem Reisenden auf all seinen Wegen. Am Schluss steht ein Glossar. Der Band ist eine willkommene Ergänzung zu der eher spärlichen Reiseliteratur über Albanien. Dankbar sind wir auch, dass der Autor grenznahe Orte in der einstigen makedonischen Provinz Jugoslawiens (Fyrom) und in Montenegro in den Führer aufgenommen hat: Heraklea Lynkestis an der Via Egnatia, nahe dem berühmten Ohrid-See, den Ohrid selber und Stobi, die berühmteste Ausgrabungsstätte Makedoniens; ferner in Montenegro Kotor und Risan, die früher auf Rückreisen aus Griechenland an der Route lagen. Vielleicht gibt es unter den Leserinnen und Lesern Spezialisten, die mehr Erfahrungen mit dem neuen Buch gemacht haben und meinen Hinweis ergänzen können?

Bruno Colpi
Update: 13.7.2017
© webmaster
Update: 13.7.2017 © webmaster